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WASSERPARK



Grünraumgestaltung mit Bachrevitalisierung Erla

Errichtet von der Gemeinde St.Pantaleon-Erla, mit Förderung des Landes Niederösterreich und unter Mitwirkung der Dorfgemein-schaft Erla.

Die Zielsetzung war, einen regionaltypischen Landschafts-ausschnitt, mit Elementen aus Kultur und Kunst,  für die Bewohner und Gäste der Gemeinde St. Pantaleon-Erla zu schaffen.
Er soll gleichermaßen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene als Erholungsraum, zur Rast,  Kontemplation, und Beobachtung von Flora und Fauna dienen.

Bei dieser Anlage sollen aber nicht die üblichen und vielfach verwendeten Gestaltungselemente zum Einsatz kommen, sondern neue, außergewöhnliche und künstlerische Formen, auch auf die Gefahr hin, dass wir damit bei der Bevölkerung nicht immer auf Akzeptanz und Verständnis stoßen werden.
Architektonisches soll hier nur Mittel zum Zweck sein und nicht als Selbstdarstellung dienen, und wird deshalb durch Verwendung einfachster Grundformen und Materialien der Natur untergeordnet.


Beschreibung der Anlage:

Der Bach soll in 4 Stationen die Symbolik des Lebens - Geburt, Kindheit und Jugend, Erwachsensein, Alter, Sein und Vergehen, Veränderung, Aktivität und Ruhe - darstellen.


Station 1     Quelle = Geburt des Baches und des menschlichen
Lebens

Außerhalb der Anlage  befindet sich die Quelle, von der das Wasser über ein Brunnenbecken  in die Zisterne innerhalb der Anlage gelangt. Von dort aus läuft
das Wasser weiter zur Station 2.

 

Station 2    Kindheit und Jugend = Spiel und Lernen.
Die Wasserskulptur aus schwarzem Granit, die wie ein Monolith in einem formalen Wasserbecken liegt, zeigt das Spiel des Wassers,  und soll damit Kindheit und Jugendzeit,  Spielen und Lernen symbolisieren.
Aus einer verstellbaren Rinne fällt das Wasser auf den darunter liegenden  Stein, dessen vordere wellenartige Modellierung die Fließ- und Falleigenschaften des Wassers bestimmt.
Das Wasser kann dadurch optisch und akustisch geformt, und damit in verschiedenen Erscheinungsformen wahrgenommen werden. Es fällt je nach Stellung der Rinne weich oder hart auf den Stein, rinnt ein Stück bergauf, verteilt sich, spritzt hoch auf, ist laut oder leise, zeigt sich als wildes oder weiches, harmonisches Element. Bevor das Wasser aus dem Becken in den Bach fällt, muss es ein halbrundes Hindernis passieren, wodurch die Fließform des Wassers sichtbar wird.

Die Linde bei Station 2 verkörpert das weiblich/mütterliche, und soll diese dadurch symbolisch beschützen.
Weiters soll die Linde Beispiel sein, wie integriert dieser Baum im früheren dörflichen Leben war. Unter Linden wurde Gericht gehalten, dabei "linde" Strafen, wie z. B. Gefängnis verhängt. (Unter Eichen wurden harte Strafen wie Todesstrafen verhängt.)
Auch wurde unter Linden getanzt, geheiratet, die dörfliche Gesellschaft und Kultur gepflegt. 


Station 3    Erwachsensein = Zeit der Arbeit und beruflichen Aktivitäten.

Eine Skulptur, die auf einem Betonsockel im Bach steht, symbolisiert die menschlichen Eingriffe in die Natur wie z.B. Stauen, Speichern, Umleiten, usw., sowie die Ausbeutung der Wasserkraft, dargestellt durch das Wasserrad. Der Mensch "arbeitet" mit und durch Hilfe des Wassers, wie als Beispiel die ehemalige Schmiede an der gegenüberliegenden Straßenseite zeigt.


Station 4    Alter = Zeit des Ruhens.

Am Ende des Baches läuft das Wasser über einen Wasserfall, der die Kraft des Wassers und der Natur, sowie die Höhen und Tiefen im Leben eines Menschen darstellen soll.
Bevor das Wasser in den Teich fließt, passiert es einen großen Stein, der all die Erlebnisse und Erfahrungen aus Kindheit, Jugend und Berufsjahren in sich vereint und trägt.
So wie der Stein durch Einflüsse von Zeit und Natur seine Ecken und Kanten verloren und Patina angesetzt hat, so hat auch der Mensch durch erlebtes und erfahrenes seine Ecken und Kanten verloren, ist, ruhiger, runder und glatter geworden.


Der Teich und sein ruhiges Wasser sind Symbol für das Alter, der Ruhe, des Besinnens und Erinnerns.
Die Sitzgelegenheit am Teich soll Besucher zum verweilen und beobachten, zum nachdenken, philosophieren, und zu einem Blick in Vergangenheit und Zukunft einladen.

Die Landschaft unterliegt durch Wetter und Erosion  ständiger Veränderung und Wandlung. Das soll auch hier zu sehen sein; der Bachlauf soll sich durch Einwirkung von Wetter und Erosion selbständig machen können und dürfen, Pflanzen und Tiere sollen kommen, bleiben und gehen dürfen, so wie es auch in einem funktionierenden natürlichen Biotop geschieht.

Durch seine vielschichtige und abwechslungsreiche Gestaltung ist diese Anlage gleichermaßen für Jung und Alt, für Ruhe und Erholung, für Beobachtung und Lernen geschaffen, und sollte daher, auch zu verschiedenen Jahreszeiten, oft und zahlreich benützt werden.

Manfred Brandstätter St. Valentin  www.atelier-brandstaetter.at 

In Zusammenarbeit mit dem Archtekturbüro

Scheuer & Pardametz, Ges.m.b.h.   www.architektur-linz.at